Wer ist Ken Jebsen? – Ein Interview

Es gibt wohl kaum einen Journalisten, der aktuell umstrittener ist als Ken Jebsen. Es gibt aber auch keinen, der den Leitmedien deutlicher zeigt, wie man heutzutage Zuschauer und Leser in allen Alters- und Gesellschaftsklassen erreicht. Mit seinem Team führt er herausragend erfolgreich das Internetportal KenFM, auf dem regelmäßig Artikel verschiedener Autoren, ausführliche Interviews sowie Diskussionsrunden veröffentlicht werden. Vieles versucht man ihm nachzusagen, auseinandergesetzt haben sich mit ihm nur wenige. Warum eigentlich? Einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt des Ken Jebsen könnte euch dieses Interview bieten…

Welches Buch oder welche Bücher lesen Sie aktuell?

Ich lese permanent, viel und parallel. Auch Bücher, die ich schon mal gelesen habe. Aktuell David Talbot „Das Schachbrett des Teufels“, Arno Gruen „Der Fremde in uns“, „Blütenstaubwirtschaft“ von Georg Hasler sowie „Tragödie und Hoffnung“ von Carroll Quigley.

Wenn Sie jemandem, der neu in der Materie ist, drei Bücher empfehlen müssten, welche wären es?

Ich empfehle diese Bücher: „Psychologie der Massen“ von Gustave le Bon, „Das Medium ist die Botschaft“ von Marshall McLuhan und „Illegale Kriege“ von Daniele Ganser.

Sie sind nicht religiös, aber sind Sie gläubig?

Ich glaube an den Energieerhaltungssatz. Das bringt mich zu der Frage, woher kam die Energie für den Urknall?

Werden Sie diesen Beruf ausüben, bis sie nicht mehr können, oder ist eine Übergabe an Ihr Team geplant?

Ich empfinde meinen Beruf nicht als Lohnarbeit, die ich nur verrichte, um an das Geld zu kommen, das eben im Alltag benötigt wird. Ich arbeite aus reiner Leidenschaft und werde damit nie aufhören.

Kann KenFM ohne Ken Jebsen funktionieren?

KenFM funktioniert schon ohne mich. Wir sind ein Team und es gibt sehr viele Autoren.

Was muss sich ändern, damit das System für alle funktionieren kann, oder kann dieses System gar nicht funktionieren?

Das System wird von Menschen gemacht. Wer es ändern will, muss sich selber ändern. Zuerst aber muss er erkennen das er das kann. Der Mensch muss aufhören gegen seine Natur zu leben.

Wenn man an Revolution denkt, denkt man vor allem an Menschen wie Fidel Castro, der eine erfolgreiche aber gewaltsame Revolution geführt hat. Müssen wir unser System gewaltsam stürzen, oder schaffen wir das mit Wegen der Diplomatie?

Castro war ein Kind seiner Zeit. Was aber hat er erreicht? Was konnte er erreichen? Ich halte es mit Buckminster Fuller: „Man bewirkt niemals eine Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, schafft man neue Dinge oder geht andere Wege, die das Alte überflüssig machen.“

Kann ein richtig durchgeführter Sozialismus und späterer Kommunismus ohne versteckte Diktatur die Lösung sein?

Wir müssen das Pyramidensystem der Macht durch viele kleine Kreis-Strukturen ersetzen. Spanien 1936 war ein Anfang. Am Anfang steht ein demokratisches, transparentes Geldsystem.

Haben die Abgehängten in unserer Gesellschaft nicht auch Probleme, sich überhaupt zu engagieren oder öffentlich zu echauffieren? Wer nicht gerade in Berlin wohnt, hat ja nur selten eine größere Demo in der Nähe und die Anreise kostet Zeit und Geld, welches viele nicht haben.

Wir alle sind die „Abgehängten“ wenn wir nicht endlich lernen, als Spezies zu denken. Die Massen müssen sich als große Klasse begreifen und anfangen sich autark neu zu organisieren. Wer sich permanent von oben gegeneinander ausspielen lässt, bleibt Sklave eines begrenzten Geistes.

Über was kann Ken Jebsen lachen?

Aktuell lache ich über die Realsatire, die man als Mainstreampresse kaufen kann. Soviel Stuss am Kiosk gab es noch nie. Amüsant UND tragisch. Sonst lache ich über Filme wie Paper Moon.

Was sind für Sie die wirklich wichtigen Dinge im Leben, auf die Sie nicht verzichten wollten?

Für mich ist das wichtigste im Leben, dass die Menschen den Wert des Friedens erkennen und sich für ihn einsetzen. Ohne Frieden ist alles nichts

Sie betonen immer wieder, kein Vorbild oder Anführer sein zu wollen, aber lässt sich das in Ihrer Position wirklich vermeiden? Sehen Sie das als eine große Verantwortung und wie wollen Sie dieser gerecht werden?

Ich lehne jede Form von Personenkult ab. Dennoch muss ich mich mit diesem Phänomen auseinandersetzen. Wie? Ich mache nicht das, was man von mir erwartet. Ich entscheide aus dem Bauch. Mein Rat an alle, die meine Arbeit verfolgen und schätzen, lautet: Werde Pionier in deinem eigenen Leben. Warte damit nicht. Beginne sofort.

 


Weitere Artikel zum Thema:

 


KenFM findet man online auf folgenden Plattformen:

 


Ken Jebsen in einem sehr ausführlichen Interview mit Rüdiger Lenz (Nichtkampf-Prinzip):


kenFM im Gespräch mit Prof. Rainer Mausfeld:

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