Alles außer Mittelmaß – Ein Interview mit dem Kabarettisten Christoph Sieber

Man nennt Christoph Sieber nicht umsonst den jungen Volker Pispers. Er nimmt die Gesellschaft, sein Publikum aber auch sich selbst oft hart ins Gericht. Beschönigen ist dabei definitiv nicht Teil seines aktuellen Programms „Hoffnungslos Optimistisch“ oder seiner Kabarett-Sendung „Mann, Sieber“, die er zusammen mit Tobias Mann im ZDF präsentiert. Jung ist dabei allerdings relativ, wie Sieber in mehrerlei Hinsicht beweist. Denn als jung gilt er im Kabarett selbst mit 46 noch und alt wirkt er weder auf der Bühne noch abseits dieser. Nein, Christoph Sieber hält sich jung – mental und körperlich. Eine scharfe Zunge und eine Menschlichkeit, die ihresgleichen sucht, zeichnen ihn aus, neben vielen anderen Eigenschaften. Eben alles außer Mittelmaß. 

Ich traf den vielfach ausgezeichneten Kabarettisten an einem sonnigen Maitag in einem Café zum Interview. Schon zuvor hatte ich ihn zu einem Gespräch nach einem seiner Auftritte getroffen. Zwar hätten die Umstände der beiden Treffen kaum unterschiedlicher sein können, doch eines zog sich wie ein roter Faden hindurch: mein Eindruck von der Person, die mir gegenüber stand. Hier begegnete ich keinem Promi, keinem Menschen, der sich auf Deutschlands Bühnen zuhause weiß. Christoph Sieber ist ein Mensch wie du und ich. Offen, freundlich, mit einem gewissen Witz und einem nicht zu übersehenden Intellekt, aber eben vollkommen bodenständig, nichts Besseres und kein bisschen abgehoben. Und so unterhielten wir uns bei einer Ananasschorle unter der fränkischen Sonne über Flüchtlinge, Probleme im System und die verflixte einhändige Rückhand. 

Du lebst in Köln, richtig? Im Zentrum oder eher ein bisschen außerhalb im ruhigeren?

Ja. Ich lebe in Köln-Nippes. Das ist ein Viertel, was eigentlich relativ zentral liegt, im Norden von Köln, und so ein bisschen Multikulti ist, mit einem Mischmasch von allem möglichen.

Wenn du in den Urlaub fährst, gehst du dann eher an den Strand, in die Natur, oder ins All-inclusive-Club-Hotel?

Nein, also eigentlich immer nach Frankreich in ein Häuschen und dann mache ich da einfach drei Wochen nichts. Lesen, am Strand rumliegen, ein bisschen Fahrrad fahren, und auch Sport machen. Aber sonst auf keinen Fall Club-Urlaub oder so was.

Also wirklich eher Ruhe?

Ja, nichts machen. Ich nehme dann immer tausend Bücher mit, die so über’s Jahr anfallen, und dann müssen die alle abgearbeitet werden.

Abgesehen davon, dass du relativ belesen bist, was machst du sonst noch gerne in deiner Freizeit, nicht nur im Urlaub?

Oh je… Sport! Jeden Tag wenn’s geht, irgendwas. Tennis, Laufen…

Tennis?

Ja, ich bin ein alter Tennis-Freak. Fußball auch eine Zeit lang. Das habe ich wieder angefangen mit Flüchtlingen. Da haben wir Flüchtlings-Fußball in Köln organisiert. Ein halbes/dreiviertel Jahr ist das gelaufen. Jetzt ist es grad wieder mau und wir müssen grad wieder gucken, wie wir eine Truppe zusammen kriegen, weil die Flüchtlinge sehr schnell weiter vermittelt oder weiter transportiert werden und dann plötzlich nicht mehr da sind und dann musst du wieder neue suchen. Ansonsten Fitnessstudio zweimal die Woche. Alles was irgendwie körperlich belastend ist, da bin ich dabei.

Respekt! Schaust du dann auch Sport, also zum Beispiel Tennis oder Fußball?

Absolut! Das ist mir das allerliebste! Ich hab keinen Verein, aber Champions League schaue ich. Da musste ich jetzt leider spielen, aber sonst würde ich alles angucken.

Heute Abend ist ja Europa League…

Ist heute Abend Europa League? Ah, das wusste ich gar nicht. Ist heute das Finale oder was?

Nein, das Halbfinale.

Das wusste ich nicht. Wenn ich auf der Bühne stehe dann geht das alles an mir vorbei. Dann krieg ich das nicht mit.

Und Tennis schaust du auch gerne?

Eigentlich ja. Also wenn die großen Turniere sind, da bin ich sofort dabei, ja!

Da ist ja jetzt in zwei oder drei Wochen wieder eines: die French Open. Und jetzt ist ja gerade Madrid.

Ja, mit den French Open geht’s los. Dann Wimbledon. Aber so gut kenn ich mich nicht aus. Das ist dann immer nur wenn ich zuhause bin und mittags ich eine Stunde Zeit habe. Und dann ein schönes Tennis-Match, da bin ich dabei.

Und wen guckst du dir gerne an?

Großer Roger Federer Fan natürlich!

Spielst du dann auch selber eine einhändige Rückhand, wie Roger Federer?

Ja, ich bin absoluter Liebhaber der einhändigen Rückhand! Ich kann sie nicht gut, leider. Sehr fehleranfällig, die einhändige Rückhand. Aber sie stirbt aus. Wie ich jetzt gerade erst gelesen habe, wird sie heute jungen Leuten nicht mehr unterrichtet.

Es gibt jetzt auch wieder einen ganz jungen Spieler der hochkommt. Dominic Thiem, ein 22-jähriger.

Den kenn ich nicht. Ich kenn nur den Zverev, den 19-jährigen. Der ist ja noch momentan der absolut gehypte.

Thiem ist Österreicher und spielt eine einhändige Rückhand, eine richtig schöne!

Ah ja, stimmt. Gegen den hat der Zverev verloren, genau! Aber es gibt in der Spitze kaum noch einen. Also ich glaube, der Federer ist der einzige in den Top 10. Wawrinka spielt’s ja auch stimmt.

Und Thiem ist kurz vor der Top 10. Also es gibt schon noch ein paar.

Ja, also das werde ich nicht mehr schaffen. Auch die Top 100 sind nicht mehr drin. Man wird langsam mit der Zeit.

Wenn du an einem Programm schreibst, gehst du da eher gezielt vor, dass du schon Themen im Kopf hast oder ist das alles mehr Zufall?

Ja, die Themen kommen zu einem, sag ich mal. Das ist schon so, dass man gewisse Dinge oder Missstände wahrnimmt und dann die bearbeitet, die einen interessieren. Man liest viele Hintegrundberichte und ich sammle eigentlich immer, jederzeit. Ich hab eine Riesen-Kladde wo halt alles reinkommt an Zeitungsartikeln, an Themen, an Büchern, die ich gelesen habe. Dann kommen die irgendwann ins Laptop, und irgendwann setzt du dich halt ran und arbeitest dann ein halbes Jahr an den Sachen, die dich interessieren und suchst nach einer Umsetzung, wie du die erzählst, wie sie sich eignen. Und das ist dann einfach ein langwieriger, harter, schwieriger Prozess, der auch manchmal mühselig ist, ja.

Sicher auch manchmal frustrierend…

Also eher das Gegenteil ist eigentlich das schönere daran, sag ich mal. Die Erfolgserlebnisse, wenn du mal eine Formulierung gefunden hast, die ganz schön ist, wo du dann denkst: “Ja, die ist gut!” Da kriegt man auch eine Erfahrung mit der Zeit natürlich. Das ist nicht so, dass man dann immer wieder bei Null anfängt, aber irgendwie fängt man doch immer wieder bei Null an, weil man vorher nie weiß, was hinten rauskommt. Und man scheitert auch, aber das Scheitern gehört halt auch dazu. Aber letztendlich ist das mehr Spaß an der Sache. Wenn das keinen Spaß machen würde, könnte man das, glaube ich, nicht machen. Das ist undenkbar, wenn du daran nicht einfach auch eine gewisse Freude entwickelst. Auch daran, sich in die Sachen einzulesen, sich in die Themen einzulesen. Das ist natürlich auch frustrierend, weil die Themen frustrierend sind. Weil je tiefer man sich mit Themen beschäftigt, auf umso mehr frustrierende Details stößt man und denkt sich: “Mein Gott, das wusste ich ja auch noch gar nicht, dass es so schlimm ist!” Natürlich ist der Kabarettist derjenige, der letztendlich auch die Pointierung dahinter sucht und es auf die überhöhte, satirische Ebene hebt und dann versucht, darin die Komik zu entwickeln. Der Humor ist halt letztendlich eine Art, mit der Sache umzugehen. Und das ist auch eine Lebenseinstellung am Ende, dass man sagt: “Es ist ernst, aber es ist nicht ernst zu nehmen.” Und in diesem Spannungsbogen bewegt man sich halt ständig und vor allem auch ich, mit dem, was ich da mache, denke ich mal. Die Programme bewegen ich ja zwischen todernst und himmelhoch jauchzend und irgendwo dazwischen. Alles außer Mittelmaß ist gut.

Du schaffst es schon, dass die Leute zwischendurch auch mal ruhig sind und so gesagt dumm schauen, weil sie überhaupt nicht mehr wissen, wie sie mit dem umgehen sollen, was du von dir gibst.

Ja, es ist halt die Konfrontation mit der Wirklichkeit und die fehlt uns ja immer wieder sehr stark. Die vermeiden wir. Man vermeidet die Realität, weil das Leben dann einfacher, oder vermeintlich einfacher ist, was uns aber letztendlich nicht weiterhilft. Und wir leben ja auch in einer Zeit, in der wir einfach umdenken müssen. Es gibt da die Flüchtlingsproblematik, die ja ich jetzt nicht direkt als Problematik sehe, aber die für viele eine Problematik darstellt, oder zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung eine ist. Die stellt uns vor Aufgaben und Aufgaben müssen letztendlich angegangen und irgendwie gelöst werden. Das ist die Aufgabe des menschlichen Verstandes, sich weiterzuentwickeln, was er auch kann. Und wenn man sich weiterentwickelt, dann passiert auch was.

Aber Entwicklung ist ja das, was viele eben nicht wollen.

Ja, aber eine Gesellschaft hat nur eine Chance, wenn sie sich weiterentwickelt. Die Vergangenheit ist vorbei. Wir können nicht zurück in die Vergangenheit. Es gibt keinen Weg zurück in die Geschichte. Und die Geschichte wird natürlich auch verklärt, dass da alles so toll gewesen ist, was früher war. Das ist einfach nicht so und ich glaube nicht daran, dass es einen Weg zurück gibt. Es gibt nur einen Weg nach vorne und wenn wir uns dem öffnen, dann ergeben sich Möglichkeiten und vielleicht auch andere, neue Lebensformen. Wir leben in einem großen Wohlstand, der uns viele Möglichkeiten bietet, die wir früher nicht hatten.

Der Wohlstand gibt uns aber auch die Möglichkeit, vielen zu helfen, wenn wir das wollten.

Ja, letztendlich könnte das halt auch zu einer gerechteren Gesellschaft führen. Und ich glaube, das ist schon im Sinne aller, das würden wahrscheinlich auch alle unterschreiben, dass das gut ist. Und das heißt halt, dass die, die ein bisschen mehr haben, auch ein bisschen mehr abgeben müssen. Mit dem Gedanken müssen wir uns anfreunden. Ich sehe da relativ wenige Möglichkeiten, nur den Status Quo zu verteidigen.

Das Problem ist dann, dass viele sich nicht als die Wohlhabenden sehen. Sie sehen nicht, dass sie im Vergleich zu dem Syrer, der hierher flüchtet, viel haben.

Ja, es gibt ja beides. Auch das kommt ja in meinem Programm vor. Es gibt auch in dieser Gesellschaft Leute, die abgehängt sind und auch die haben wir natürlich ausgeklammert, weil wir die gar nicht mehr sehen wollen. Die nehmen ja in der Gesellschaft überhaupt keinen Platz mehr ein. Sie werden politisch nicht mehr gesehen, sie werden gesellschaftlich nicht mehr gesehen und man versucht zu verdrängen, dass es sie gibt. Man wundert sich dann plötzlich, wenn sich das mal wieder äußert in einer Wahl, und dann plötzlich Protestparteien starke Zugewinne bekommen. Die AfD zum Beispiel ist ja nicht nur stark geworden durch Leute, die abgehängt sind, sondern natürlich auch aus dem Mittelstand heraus, durch die, denen es sehr gut geht. Da haben die auch ein großes Wählerpotenzial hervorgezogen. Aber letztendlich müssen wir lernen, auch die wieder zu sehen. Das ist auch ein alter, so blöd es klingt, christlicher Gedanke. Wir reden ja auch ständig vom christlichen Abendland, worauf man sich so viel einbildet und von dem so wenig übrig ist am Ende.

Die christlichen Werte “Nächstenliebe” oder “lieben deinen Nächsten wie die selbst”, das will man dann irgendwie nicht sehen.

Ja, das will ich selbst.

Aber das Thema AfD finde ich relativ interessant. Jetzt gerade in den Medien liest man, in Bezug auf die AfD, immer nur über ihre Ausländerfeindlichkeit, und meiner Meinung nach treibt ihnen das ja gerade die Wähler zu, die die Angst vor der Flüchtlingskrise haben. 

Ja, ich glaube, dass die AfD halt einfach eine Partei ist, die letztendlich die Gesellschaft spalten will. Und ich glaube, dass das einfach irgendwann gesehen werden muss. Jetzt hat man sich auf den Islam konzentriert und gesagt, der Islam gehört nicht zu Deutschland. Das ist jetzt plötzlich die Kernkompetenz. Und das ist ja auch so eine Realitätsverweigerung, denn es leben 4-5 Millionen Muslime in Deutschland und die leben zum großen Teil schon sehr lange hier. Man kann nicht sagen, dass die nicht zu Deutschland gehören. Wobei ich auf der anderen Seite ja auch mit der AfD einher gehe, dass ich sage, dass Religion einfach überhaupt keine staatliche Macht bekommen darf. Da nehme ich aber alle Religionen ein. Ich glaube auch, dass das Christentum in der Form nicht an die Macht kommen und letztendlich eine Ausübung über die Gesellschaft haben darf. Da bin ich einfach der Meinung, dass das eine Privatsache ist, und jeder soll glauben, was er will. Es darf aber nicht ein gesellschaftlicher Grundkonsens sein. Der ist unser Grundgesetz und das Grundgesetz, ob ich dem zustimme oder nicht, ist eine völlig außerreligiöse Frage.

Aber das Christentum ist ja insofern schon im Staat verankert, weil wir Steuern darauf zahlen, wenn wir in der Kirche sind. 

Ja, aber das ist ja auch die Frage, die ich auch einfach für einen Fehler des Systems halte, dass die Kirchen so eine Macht haben, dass die Geldflüsse da so direkt fließen, ob wir das wollen oder nicht. Also es gibt natürlich die Möglichkeit des Austrittes. Aber letztendlich müssen die, die Mitglied in einem Verein sind, dann auch ihren Mitgliedsbeitrag bezahlen, wie beim Sportverein auch. Das muss einfach eine bewusste Entscheidung sein.

Aber könnte man der AfD entgegentreten, indem man sagt, man konzentriert sich nicht so sehr auf ihre Islamophobie, sondern mehr auf ihre neoliberale Ausrichtung? Weil viele denken, sie ist eine Partei für den kleinen Mann, aber genau das ist sie ja eigentlich nicht. 

Ja, letztendlich kann ich ja niemandem vorschreiben, was er zu wählen hat, oder was er wählen soll. Das ist auch nicht Ziel meines Programms oder meines Schaffens. Letztendlich will ich, dass die Leute selber denken und selber entscheiden, was sie tun und lassen. Und letztendlich appelliere ich an die Humanität – das ist für mich die ausschlaggebende Kraft – und die Aufklärung, die wir in diesem Land durchgemacht haben. Und in diese Zeiten fallen wir momentan halt auch sehr stark zurück, also zurück vor die Aufklärung. Letztendlich entscheide ich alleine für mich, habe aber auch die Konsequenzen meines Handelns und Denkens selber zu tragen. Das wollen wir halt momentan nicht mehr und das wollen wir auch, dass uns alle abnehmen. Das hat auch die Demokratie ein bisschen verbockt, dass man den Leuten das Gefühl gegeben hatte: “Es gibt Leute, die mir alles abnehmen. Ich wähle alle vier Jahre und dann bin ich raus aus dem Schneider und dann machen die das.” Und davon müssen wir wieder weg. Wir müssen wieder selbstverantwortlich handeln und auch wieder für die Konsequenzen unseres Handelns einstehen. Und da ist mir dann Parteipolitik eigentlich total unwichtig. Ich halte das für eine Sache, die mir persönlich nicht so wichtig ist, welche Partei das dann am Ende regelt. Aber letztendlich sind die Parteien ja auch wahnsinnig machtlos geworden in dieser Demokratie. Sie geben zwar vor, dass sie Entscheidungen treffen, aber wenn man das jetzt grad wieder sieht mit dem E-Auto… Da sitzt dann die Auto-Lobby einmal mit Frau Merkel und Herrn Gabriel zusammen und dann haben wir plötzlich 3000-4000€, die zugeschossen werden, nur weil der Absatz von Elektroautos hinterherhinkt, die letztendlich ja nie zum Gebrauch gebaut wurden. Sondern sie wurden letztendlich von der Automobilindustrie nur gebaut, um ihren CO2-Haushalt unter dem Strich ins Reine zu bringen. Sie waren nie gedacht als Autos, die jeder fahren soll. Sie sollen weiter die Spritschlucker fahren. Und letztendlich geht es mir darum, diese Zusammenhänge aufzuklären und den Leuten zu zeigen, was da abgeht, und dann sollen sie ihre Entscheidung treffen.

Aber glaubst du daran, dass das System sich wandeln kann zu etwas besserem, oder braucht es dafür einen kompletten Umsturz?

Nein, das System wandelt sich ja immer. Es gibt ja keinen festen Status. Eine Gesellschaft ist nie fest. Das ist auch eine Illusion. Das einzige ist die Grundlage auf der wir zusammenleben – und da bin ich schon wieder beim Grundgesetz – und das ist das, was eine Gesellschaft zusammenhält. Und nicht Ideologien oder irgendwas. Das hält uns nicht zusammen. Uns hält ein gemeinsamer Grundkonsens zusammen und das ist zum Beispiel: “Die Würde des Menschen ist unantastbar.” Da müssen wir wieder hinkommen, dass sie nicht antastbar ist, die Würde. Und das ist ja einfach in einer Gesellschaft, wie sie jetzt existiert. Obwohl ich den Kapitalismus ja sehr verteufle, halte ich ihn in seinem Grundkonzept nicht für grundsätzlich falsch, obwohl er ein paar Fehler hat. Letztendlich, müssen wir uns unsere Humanität bewahren. Wir werden immer Handel treiben. Es wird immer auf der Welt Leute geben, die was herstellen, was ich gerne hätte, was ich selber nicht herstellen kann und was ich mir dann kaufen muss. Deshalb wird es das in der Welt immer irgendwie geben, aber letztendlich müssen wir halt gucken, dass der Markt nicht alles bestimmt, oder dass Marktgesetze unsere Gesetze sind, auf deren Grundlage wir uns bewegen, sondern humanitäre Grundlagen.

Aber du bist schon der Meinung, dass die Wirtschaft sehr viel kontrolliert, auch in der Politik?

Ich denke, das ist eine Tatsache, die man nicht angreifen kann. Also wer behauptet, dass die Wirtschaft keine Macht hat und nicht die grundsätzlichen Regeln unseres Zusammenseins bestimmt, den halte ich wirklich für einen Spinner in weitesten Formen. Letztendlich kannst du das nicht bestreiten. Allein schon unser Konsumverhalten, also unser ganzes Handeln, ist bestimmt durch das, was uns letztendlich diese Marktgesetze vorgeben. Und wir werden uns wandeln müssen. Im Programm kommt das ja auch vor, dass ich die Klimakatastrophe für eine viel größere Katastrophe halte. Die Klimakatastrophe wird ja zum Beispiel von der AfD auch geleugnet, und dass der Mensch dafür verantwortlich ist und das kann man einfach nicht mehr leugnen. Dafür gibt es zu viele Anzeichen, die einfach da sind. Und letztendlich spricht ja auch das Grundprinzip der kapitalistischen Welt oder der neoliberalen Welt, was ja das Wachstum ist, auch dafür. Man kann es hin oder her drehen wie man will, in einer begrenzten Welt mit begrenzten Ressourcen kann das grenzenlose Wachstum nicht ewig dauern. Also es wird in irgendeiner Weise dazu führen müssen, dass wir uns begrenzen, und auch wieder das Weniger und nicht nur das Mehr schätzen lernen. Und es hat uns ja auch dahin geführt, dass wir letztendlich unglücklich geworden sind. Ich glaube, dass es dieses Wort “genug” viel zu wenig gibt, also dass man von irgendwas genug hat. Und da gibt es genug empirische Statistiken, dass mehr auch nicht glücklich macht. Also ein gewisses Maß an Grundbedürfnissen muss befriedigt sein, das finde ich auch. Brecht hat das ja auch gesagt: “Erst der Bauch, dann der Rest.” Also erst mal muss ich natürlich satt sein. Aber die Menschen werden übersättigt und dann wird man denkfaul. Dann kommt ein grundsätzlicher Schiefstand in der Gesellschaft.

Aber viele würden ja sagen, dass das eine Verschwörungstheorie ist, zu sagen, dass die Wirtschaft die große Macht hat.

Also bisher habe ich noch niemanden erlebt, der das wirklich behauptet hat.Mir gegenüber hat das noch nie jemand massiv verteidigen können, weil wir wissen, wie das System funktioniert. Und das System funktioniert halt letztendlich so, dass wir natürlich in einer Marktwirtschaft leben, in der der Markt das Nonplusultra ist. Und wie oft haben wir schön gehört: “Sozial ist, was Arbeit schafft.” Das sind all diese Sprüche, die so fest manifestiert sind in der Gesellschaft und wenn du sie hinterfragst, merkst du, dass sie eigentlich nicht stimmen. Ich beschäftige mich grad mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen für die nächste “Mann, Sieber” Sendung und du siehst einfach wie sehr die Arbeit zusammenhängt mit dem Einkommen. Das ist inzwischen so arg gekoppelt worden und das ist ein Grundfehler. Also ich glaube, Arbeit kann auch was sein, was nicht der reine Broterwerb ist, also was einfach Freude und Spaß macht. Und wir müssen dahin kommen, dass  Menschen das machen, was sie können und das was sie gerne machen und das hängt dann meistens auch zusammen. Das, was ich gut kann, mach ich auch gerne, das fällt mir leicht, da fühle ich mich wohl. Und das darf nicht an die Bedingung geknüpft sein, dass ich damit wahnsinnig viel Geld verdiene. Das ist ja das Grundproblem, dass viele Leute heute schon studieren und beim Studieren schon überlegen: “Womit kann ich später am meisten Kohle machen?”

Das fließt ja eigentlich schon in die Erziehung mit ein, dass die Eltern einem sagen: “Irgendwann wirst du mal Architekt oder Banker, irgendwann machst du mal dies oder das, weil damit verdienst du großes Geld.” 

Die Leute werden halt unglücklich damit und sind dann ein Leben lang in einem Job, in dem sie sich nicht wohl fühlen und dann haben wir das ganze Burnout-System, von dem wir ständig sagen, dass es irgendwie gottgewollt oder gottgemacht ist. Das ist menschengemacht! Wir haben uns da reinreden lassen und haben uns da selber rein gefügt in dieses System, das uns zu einem Rädchen macht in dem ganzen, großen System, von dem am Ende ja immer nur wenige profitieren. Auch das müssen wir uns immer vor Augen halten. Auch das erzähle ich ja im Programm, dass du durch abhängige Beschäftigung einfach nicht zum Millionär werden kannst. Und dieser Traum, “vom Tellerwäscher zum Millionär”. Das ist für ein paar geglückt, aber auch in früheren Zeiten, das musst du auch immer sehen. Und letztendlich waren das auch verrückterweise immer die, die ganz schnell aufgestiegen sind. Wenn du jetzt einen Bill Gates oder einen Zuckerberg oder wen auch immer siehst, das waren alles Schulabbrecher, das waren alles Leute, die mit dem System nichts am Hut hatten, die irgendeine geile Idee hatten und die gesagt haben: “Ich ziehe die durch und ich mach das gerne. Das ist mein Ding.” Und die waren damit wahnsinnig erfolgreich. Ich finde ja auch gut, dass es das gibt, da bin ich auch überhaupt nicht dagegen. Aber auch da baut sich dann halt ein Machtgefüge auf, das sie immer weiter ausbauen. Und sie fangen letztendlich an, in die Gesellschaft einzugreifen, weil sie gerne Zugriff zu allen Daten hätten. Sie hätten gerne Zugriff zu allen Menschen. Und sie müssen dann natürlich in Zukunft ihr Pfründe sichern und das macht man halt, indem man ein eigenes System gründet, in dem letztendlich nur noch das mit dem kompatibel ist. Also Apple ist da ein super Beispiel für. Sobald man dann mit was anderem kommt wird’s schwierig.

Es gibt ja auch diese Theorie, dass jeder nur noch 20 Stunden pro Woche arbeitet und durch das bedingungslose Grundeinkommen abgesichert ist, so dass jeder Arbeit hat und dabei genug Geld hat, um ein würdevolles Leben zu führen. Wie findest du diese Theorie?

Na ja, es ist ja nicht nur eine Theorie. Also, das hat in der Praxis funktioniert. Es gab zwei Feldversuche in Amerika und in Namibia, in denen Menschen ein Grundeinkommen bezahlt wurde. Da kommt natürlich immer gleich das nächste Argument: „Es ist nicht finanzierbar.“ Aber wenn wir sehen, wie viel Geld wir ausgeben, wo wir letztendlich Menschen Geld bezahlen, und zwar für ein unwürdiges Leben. Also das beste Beispiel ist ja Hartz IV, was immer an Bedingungen geknüpft ist für Menschen, die sie zu Staatseigentum machen, die sich letztendlich überhaupt nicht mehr frei bewegen können, nicht mehr frei denken, nicht mehr frei leben können. Und wenn man ein bedingungsloses Grundeinkommen bezahlen würde, dann würde es die Menschen erst mal frei machen, ja. Und letztendlich unterstellen wir immer nur dem anderen, dass er dann faul wäre. Und die Versuche, die beiden, die es groß gab bisher, die haben eigentlich nicht dazu geführt. Es gab etwa 10% der Bevölkerung, die dann faul waren, die sich dann in die berühmte Hängematte gelegt haben. Aber das kann ein Staat ertragen, das kann eine Gesellschaft ertragen und ich glaube, dass es auf Dauer die Menschen auch nicht zufrieden machen würde. Sie würden das eine Zeit lang machen und irgendwann kommt dann dieser Moment… Das ist ja auch das, was alle Hartz IV-ler oder Arbeitslose erzählen, dass das schlimmste gar nicht mal unbedingt die monetäre Grundlage ist. Man kommt irgendwie über die Runden, natürlich mehr schlecht als recht, aber man kommt über die Runden. Aber man wird nicht gebraucht und kann nichts beitragen zu dieser Gesellschaft, man kann nicht teilhaben. Arbeit heißt ja auch, dass ich mit anderen Menschen in Kontakt komme, dass ich mit denen zusammenarbeite, dass ich unter Leute komme. Das fehlt am Ende und das bleibt dann aus. Und ich glaube irgendwann wird das Bedürfnis bei jedem so groß werden, zu sagen, ich möchte wieder unter Leute gehen und ich möchte da auch mit Leuten zusammen was machen. Oder wie viel Arbeitsnotstand es allein im sozialen Bereich gibt… Wie sehr wir da diese Menschen bräuchten, die auch bereit wären, was soziales zu leisten für eine Gesellschaft. Das würde ein ganz neues Gesellschaftsmodell werden!  Ich glaube nicht, dass wir das von heute auf morgen machen können, aber das wäre ein Prozess, den man anfangen müsste und wo man sagen müsste: “Ok, wenn jeder erst mal vom Einkommen unabhängig wäre, dann müsste er auch keine Jobs mehr machen, die er nicht gerne macht.” Und die Arbeitgeber müssten ganz neu überlegen: “Wie kann ich Arbeitsbedingungen schaffen, wo Leute sich wohl fühlen, wo sie gerne herkommen, wo sie sagen: ‘Ich geh gerne zur Arbeit!’” Und ich glaube, gerade auch in Bezug auf die Faulheit, dass wahnsinnig viel Faulheit auch im Beruf ausgelebt wird. Also wie viel Leute gehen da hin und spielen Angry Birds am Handy, ja, 3-4 Stunden am Tag am Arbeitsplatz und hören Radio oder gucken irgendwie, dass die Zeit rum geht? Weil sie einfach ihren Job nicht mögen. Und weil der Job sinnlos ist. Auch das! Das bedingungslose Grundeinkommen ist einfach eine Notwendigkeit. Wir werden nicht umhin kommen. Es wird nicht mehr Arbeit für alle geben. Dieses Ziel, “Vollbeschäftigung”, ist ein Ziel, was man irgendwie aufrecht erhält, was die Politik gerne aufrecht erhält, was die Wirtschaft gerne aufrecht erhält, aber es ist nicht aufrecht zu erhalten. Die Maschinisierung und die Automatisierung werden immer weiter voran schreiten. Wir werden immer weniger Arbeitskräfte brauchen. Geschichtlich gesehen, im alten Griechenland und im alten Rom, war Arbeit verpönt. Der normale Bürger hat nicht gearbeitet. Der normale Bürger hat gelebt. Der hatte Sklaven, die gearbeitet haben. Und natürlich wird man dann heute sagen: “Ja, und wo hatte man die Sklaven her?” Die Sklaven sind später die Maschinen. Die Maschinen werden einen Großteil der Arbeit übernehmen. Ich hab das auch erstmal total blöd gefunden, wenn man jetzt  an der Supermarktkasse zum Beispiel selber scannt und dass da niemand mehr sitzt und so. Aber ich sag, ja, wieso soll es so eine blöde Arbeit geben, wie eine Supermarktkassiererin, die den ganzen Tag nur dahockt und Sachen abscannt, was glaube ich für relativ wenige Menschen eine erfüllende Arbeit ist. Und für die, die darauf Bock haben, die können das machen und der Rest ist dann halt eine automatische Kasse. Wo ist das Problem? Da sehe ich kein Problem drin. Es ist ja immer ein Prozess, bis du dann soweit bist. Man hat sich an sehr vieles gewöhnt. An bestimmte Dinge, die vorher alle mechanisch gemacht werden mussten und heute macht man das alles nicht mehr selber. Es ist so. Es gab früher keinen Staubsauger, da hat man halt gefegt und dann irgendwann gab’s einen Staubsauger. Und irgendwann gab’s Fortbewegungsmittel, da hat man keinen Kutscher mehr gebraucht, da hat man ein Auto gehabt. Also, auch das entwickelt sich alles weiter. Oder auch mit Carsharing. Es bewegt sich ja vieles. Früher war das Auto ein Statussymbol, jeder musste ein Auto haben, ein dickes Auto, größer als der Nachbar. In der jüngeren Generation ist man heute so weit und sagt: “Wozu brauch ich ein Auto?” Es ist eher so, dass man gesellschaftlich sogar im Status steigt, wenn man sagt: „Ich hab gar kein Auto, ich mach Carsharing.“

Also in meiner Generation, Mitte Zwanzig, ist es immer noch so, dass man mit seinem Auto prahlt.

Ja, du kommst vom Land. In den Großstädten, also Berlin, Köln, Hamburg, München, da weißt du einfach, dass das Auto der Vergangenheit angehört.

Das hat ja, wenn ich mir Berlin zum Beispiel anschaue, auch extreme Nachteile. Du findest nirgends einen Parkplatz und wenn du in die U-Bahn steigst bist du sofort, wo du hinwillst. 

Ja, wir haben ja den Kollaps überall vor Augen und wir müssen den nur sehen und uns dann letztendlich bewegen. Wir könnten sagen: „Ok, natürlich können wir uns jeden Tag in den Stau stellen und uns ärgern“ Aber letztendlich kannst du auch sagen, wir verzichten darauf oder wir teilen halt auch bestimmte Dinge, die nicht jeder unbedingt braucht.

Eine letzte Frage hätte ich noch.

Oh Gott…

Zum Thema Schulsystem. Ich habe da kürzlich erst in einem Film von Michael Moore, “Where to Invade Next”, etwas über das finnische Schulsystem  gehört. Hast du schon mal gehört, wie die ihr Schulsystem angepasst haben? 

Nee.

Die waren immer relativ schlecht im internationalen Vergleich, ungefähr auf einem Level mit den USA. Irgendwann haben sie dann gesagt, Schüler gehen jetzt nur noch maximal 20 Stunden in der Woche in die Schule und bekommen keine Hausaufgaben mehr. Und wenn ein Schüler gerade keine Lust mehr hat, darf er rausgehen, darf auf einen Baum klettern oder darf machen, was er will. Und seitdem sind sie auf Platz 1 im internationalen Vergleich. 

Ja, wobei ich diesen PISA-Test natürlich auch sehr stark angreife. Das ist ja das, was ich auch im Programm erzähle, dass dieser PISA-Test natürlich dieses systemische Denken sehr fördert. Die haben das in Deutschland ja auch gemacht. Dann kam der PISA-Test raus und was haben die Lehrer gemacht? Sie haben angefangen, die Schüler auf den PISA-Test vorzubereiten. Es heißt immer, wir lernen für das Leben und nicht für die Schule, aber letztendlich wird das immer weiter und immer extremer gemacht. Man lernt für die Schule, man lernt für diesen PISA-Test. Man lernt, diese Aufgaben so zu erfüllen, wie sie gestellt werden. Um jetzt nochmal auf einen Zuckerberg und einen Bill Gates zurück zu kommen, ohne dass ich die jetzt wahnsinnig loben will, aber letztendlich sind das die Leute, die außerhalb des Systems gedacht haben und irgendwas erfunden haben, was vorher noch nicht da war, was so niemand kannte, aber das waren die Leute, die es geschafft haben, andere Denkansätze zu haben. Deshalb sind die auch im System gescheitert. Natürlich geht’s darum, im Schulsystem die einzelnen, individuellen Fähigkeiten zu fördern, und man muss halt auch akzeptieren, dass Kinder unterschiedlich sind, und dass letztendlich Kinder, die auf die Welt kommen, erst mal so wie sie sind perfekt sind. Sie sind in sich wirklich wahnsinnig glückliche Menschen. Ein Kind ist im ersten Moment unglaublich glücklich, weil es alles hat. Es kann sich erfreuen an allem, was da ist, an jeder Kleinigkeit. Was ich jetzt zum Beispiel auch für’s neue Programm gerade geschrieben habe: Ein Kind würde nie machen, was es nicht will. Du musst es zwingen, und dieser Wille wird halt irgendwann gebrochen. Und natürlich bin ich jetzt nicht der Meinung, dass du auf der Welt nur das machen kannst, was du willst, aber letztendlich machen wir viel mehr Dinge, die wir gar nicht wollen, die unserem Naturell widersprechen, die unserer Lust widersprechen. Die Frage ist halt, ob das so gut ist und ob das den Menschen wirklich weiterbringt. Und wenn wir wieder dahin kommen bin ich der festen Überzeugung, dass das auch klappen wird. Aber man muss halt anfangen anzufangen und nicht immer nur weitermachen. Was zum Beispiel eine Gesellschaft und ein System erfolgreich gemacht hat, wie die alten Griechen, die alten Römer, das waren bestimmte Dinge, auch die Kriegsführung. Und das haben sie immer weiter gemacht und das haben sie solange gemacht, bis sie untergegangen sind, weil sie es nie geschafft haben, sich zu ändern und so wird es uns natürlich auch gehen.


Videos

Christoph Sieber – „Ein Arschloch kenn keine Nationalität“ (über die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln)

Christoph Sieber – „Ich will mich nicht gewöhnen“ (Ausschnitt aus seinem Programm „Hoffnungslos Optimistisch“)


Weitere Informationen

  • Christoph Sieber hat im Rahmen seiner aktuellen Tour noch drei Auftritt vor der Sommerpause: 04.06. Koblenz, 05.06. Möglingen, 06.06. Düsseldorf. Informationen zum Ticketverkauf so wie weitere Tourdaten ab dem 26.08. finden sich auf seiner Homepage: www.Christoph-Sieber.de
  • Seine ZDF-Satire-Sendung “Mann, Sieber” ist aktuell in Sommerpause. Aktuelle Infos sowie Aufzeichnungen der vergangenen Sendungen gibt es bei ZDF.de
  • Weitere Infos gibt es auch Facebook und YouTube
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