Ken Jebsen: Antisemit oder Friedensaktivist?

Ken Jebsen polarisiert, so viel dürfte klar sein. Das merkte ich auch recht schnell, nachdem ich mir böse Bemerkungen anhören dürfte, weil ich den Inhalten einiger seiner Videos bei KenFM zustimmte. „Wie kannst du nur diesen Antisemiten gut finden?“

Antisemit – da wird man gerade in Deutschland natürlich hellhörig und so ließ ich es mir nicht nehmen, zu der Thematik zu recherchieren. Wer will schon blind einem Judenhasser zustimmen?

Auf der Suche nach der Wurzel all dieser Vorwürfe stieß ich, neben unbelegter Äußerungen Jutta Dittfurths, auch auf eine E-Mail Jebsens, die er im Zuge einer wohl länger andauernden und daher als Chat bezeichneten Konversation schrieb. Viele Vorwürfe bezogen sich immer wieder auf diesen Text. Da er den einzig angeblich vorliegenden „Beweis“ zu ebenjener Antisemitismus-These in Bezug auf Ken Jebsen darstellt, ließ ich es mir nicht nehmen, Jebsens darin getätigte Aussagen zu recherchieren und zu analysieren. Antisemit, Holocaust-Leugner, Verfechter unhaltbarer Verschwörungstheorien – stimmt das? Lest selbst…

Zitate sind in „Anführungszeichen und kursiv“ dargestellt. Hierbei wurden keine Änderungen am veröffentlichten Text vorgenommen. Etwaige Fehler in Rechtschreibung und Grammatik sind also nicht mir zuzuschreiben und bitte ich zu entschuldigen.

Zunächst möchte ich auf das für mich wichtigste Problem mit dieser Veröffentlichung hinweisen: Es sind weder die Umstände bekannt, noch der durch Jebsen beantwortete Text des Gesprächspartners, wodurch hier eine einseitige Darstellung der Umstände durch die veröffentlichende Person (im Folgenden „Gesprächspartner“ genannt) nicht zu vermeiden ist. Es könnte selbst der Vorwurf erbracht werden, dass dieser Teil des Gesprächs uns, als Leser, absichtlich vorenthalten wird, um so den Gesprächspartner in ein besseres und/oder Jebsen in ein schlechteres Licht zu rücken. In meiner Folgenden Analyse möchte ich diesen Vorwurf jedoch unbeachtet lassen und mich isoliert auf die Aussagen Jebsens konzentrieren. Lediglich im ersten Absatz halte ich die Erwähnung dieses Gedankens für sinnvoll, wenn nicht sogar notwendig.

„wie gesagt es ist völlig sinnlos sich mit ihnen zu unterhalten. das ist wie wenn ich versuche jehovas zeugen oder scientonlogie mitglieder zu überzeugen. sie sind unfähig aus ihrem käfig zu treten.“

Hier könnte man Jebsen eine Untergrabung der geistigen Fähigkeiten des Gesprächspartners, bzw. dessen Fähigkeit, über den eignen Horizont hinaus zu blicken, vorwerfen. Man mag sogar so weit gehen, als dass man ihm hier eine Beleidigung des Gegenübers vorwerfen könne. Worauf dieser Absatz jedoch auch hinweisen könnte, und hier kommt der Mangel der Einsicht in beide Seiten der Konversation zu Tragen, ist, dass der Gesprächspartner möglicherweise seinerseits unsachliche Äußerungen Jebsen gegenüber getätigt haben könnte, und vor allem, dass, wie es scheint, die Konversation sich bereits über mehrere Wortwechsel erstreckte. Hier ist nämlich der Hinweis enthalten, dass es bereits vorausgegangene, fruchtlose Überzeugungsversuche auf Seiten Jebsens gegeben hatte. Hier liegt auch mein erstes Problem mit den getätigten Aussagen: Den Versuch, sein Gegenüber von etwas, an das man selbst glaub, zu überzeugen, halte ich in der Regel für unangebracht. Besser wäre hier eine andere Wortwahl gewesen.

„was ist das grösste problem der juden ? ihre führer. also wie in der restwelt auch. henry kissinger selber jude hat für juden überhaupt nichts übrig. er hat selber gesagt als er von russischen juden gebeten wurde ihre ausreise nach israel zu ermöglichen , das für ihn zitat “ eine vergasung der russischen juden höstens ein ökonomisches problem sei „“

In keinem Wort kann Jebsen hier Antisemitismus vorgeworfen werden. Eher das Gegenteil ist in diesem Absatz der Fall. Sicherlich wird hier ein kleiner Teil der jüdischen Bevölkerung kritisiert, man mag sogar sagen an den Pranger gestellt, jedoch nicht mehr als die elitären Anführer anderer religiöser, politischer und anderweitiger Gemeinschaften weltweit, was aus der Aussage „also wie in der Restwelt auch“ heraus zu lesen ist. Hiermit drückt Jebsen seine Abneigung gegen Machtinhaber in jeglicher Form aus und nimmt damit den Fokus von der jüdischen Glaubensgemeinschaft. Erwähnenswert ist hier auch eine Aussage Jebsens, die er einst in einer Rede bezüglich der zu diesem Zeitpunkt anstehenden Bundestagswahlen getätigt hatte: „Der Mensch kann mit Macht nicht umgehen!“1 Seine Missgunst ist also im Beispiel Henry Kissinger nicht dessen jüdischer Herkunft bzw. seiner Religion gegolten, sondern dessen Umgang mit der Macht, die er zum Zeitpunkt der erwähnten getätigten Aussagen als Sicherheitsberater unter Präsident Nixon inne hatte. In Bezug auf die jüdische Gemeinschaft im Allgemeinen, hier insbesondere der in Russland angesiedelten Juden, äußert er sich des Weiteren mit Mitleid angesichts der Behandlung, die ihnen durch ihre Anführer zuteil wird. Das erwähnte Zitat Kissingers entstammt Tonaufnahmen aus den Monaten Februar und März 1973, die im Jahr 2010 durch die Nixon-Bibliothek (Nixon Presidential Library and Museum) veröffentlicht wurden2.

Hierzu einige Auszüge aus den genannten Aufnahmen:

  • „The Jews are just a very aggressive and abrasive and obnoxious personality.“ [„Die Juden haben nur eine sehr aggressive und harsche und unausstehliche Persönlichkeit.“] (Zitat des früheren US-Präsidenten Richard Nixon)
  • „The emigration of Jews from the Soviet Union is not an objective of American foreign policy. And if they put Jews into gas chambers in the Soviet Union, it is not an American concern. Maybe a humanitarian concern.“ [„Die Auswanderung von Juden aus der Sowjetunion ist kein Ziel der amerikanischen Auslandsstrategien. Und wenn in der Sowjetunion Juden in Gaskammern gesteckt werden, ist das keine Angelegenheit Amerikas. Vielleicht eine humanitäre Angelegenheit.“] (Zitat Kssingers zu Präsident Nixon nach einem Besuch der israelischen Premierministerin Golda Meir am 1. März 1973)

Es ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert, dass Kissinger u.a. den Friedensnobelpreis 1973 und die US-Freiheitsmedaille, neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen erhielt und auch Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Fürth ist.

Was Jebsen hier also tat, war lediglich das Ausüben von Kritik an Einzelpersonen, nicht jedoch einer religiösen Gemeinschaft im Ganzen. Vergleichbar wäre eine Kritik George W. Bushs, wie sie zu dessen Amtszeit weitestgehend üblich war, ein Angriff auf alle Christen weltweit.

Vorzuwerfen ist ihm hier nur eine Ungenauigkeit in der Wiedergabe bzw. der Übersetzung von Kissingers Aussagen. Während Kissinger nämlich davon sprach, dass die Vergasung der Juden Russlands nur eine „humanitäre Angelegenheit“ sei, gab Jebsen dies als „ökonomisches Problem“ an.

„sie brauchen mir keine holocaus informatinen zukommen lassen. ich habe mehr als sie. ich weis wer den holocaust als PR erfunden hat. der neffe freuds. bernays. in seinem buch propaganda schrieb er wie man solche kampagnen durchführt. goebbels hat das gelesen und umgesetzt.”

Während auch hier leider die Information fehlt, welche Informationen der Gesprächspartner Jebsen im Detail übermitteln wollte, ist der Fokus dennoch auf die Aussagen Jebsens zu richten, die sicherlich zu den Vorwürfen führten, er hätte den Holocaust als “PR-Gag” bezeichnet.

Seine Anspielung auf die “Erfindung des Holocausts als PR” beruht auf der allgemein bekannten Tatsache, dass Joseph Goebbels (u.a. Leiter des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda) das Werk “Propaganda” von Edward Bernays, seines Zeichens Neffe von Sigmund Freud, für seine Arbeit zur Vorlage nahm. In diesem Buch beschrieb Bernays, wie die psychoanalytischen Praktiken Freuds anders angewandt der Industrie für deren Propaganda zu Nutzen sein könnten.

Zum näheren Verständnis hier einige Auszüge aus dem 1928 zuerst erschienen Werk:

  • “Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften.”
  • “Sie [die neuen Propagandatechniken] befassen sich nicht mehr nur mit dem Individuum oder der Gesellschaft als Ganzes. Sie widmen sich vielmehr auch und vor allem der Anatomie der Gesellschaft mit ihren zahllosen, verästelten und miteinander verwobenen Gruppierungen. Sie sehen den Einzelnen nicht nur als Zelle innerhalb der Gesellschaft, sondern als Zelle, die in gesellschaftlichen Einheiten organisiert ist. Wird der Nerv des Organismus ‚Gesellschaft‘ an einem sensiblen Punkt gereizt, wird automatisch eine Reaktion bei bestimmten anderen Elementen dieses Organismus hervorgerufen.”3

Er sagt hiermit also lediglich aus, dass der Holocaust nur durch die gezielte Manipulation der Bevölkerung durch geschickt eingesetzte PR-Methoden möglich gemacht wurde. Was er jedoch nicht sagt, und das wird mit dem Vorwurf ausgedrückt, er würde den Holocaust als PR-Gag bezeichnen, ist, dass dieses Ereignis zu irgendeinem späteren Zeitpunkt gezielt zum Zwecke der Propaganda eingesetzt wurde.

“ich weis wer die rassendatten im NS reich möglich gemacht hat. IBM mit hollerithmachinen.”

Hier kurz zur Begriffserklärung:

  • Rassendaten waren die Daten, die das NS-Regime nutzte, um die Nürnberger Gesetze (auch Rassegesetze genannt) umzusetzen. Es handelte sich u.a. um Daten zu Herkunft sowie politischer und religiöser Gesinnung der Bürger.
  • Hollerithmaschinen waren Geräte zum Lesen und Sortieren von Lochkarten. Erfunden wurden diese Maschinen von Herman Hollerith, einem US-amerikanischen Angestellten beim Amt für Volkszählungen, und kamen erstmals 1890 bei der US-Volkszählung zum Einsatz. Aufgrund des Erfolgs der Maschinen gründete Hollerith die Firma Tabulating Machine Company, welche später in International Business Machines Corporation, kurz: IBM, umbenannt wurde.

Mit diesem Satz belegt Jebsen doch schon in dem Text, der herbeigezogen wird, um ihn als Holocaustleugner zu bezeichnen, dass der Holocaust in der Tat stattfand und leugnet diesen in keiner Weise. Er zeigt im Gegenteil ja sogar Fakten auf, wie der Holocaust überhaupt erst ermöglicht wurde.

Im Jahr 1939 fand im Deutschen Reich eine Volkszählung statt, bei der auch die o.g. Rassendaten erhoben wurden. Die Zensus wurde im Lohnauftrag durch die DEHOMAG (Deutsche Hollerith Maschinen Gesellschaft mbH) durchgeführt, welche zuvor mit der IBM-Tochter Optima Maschinenfabrik AG fusionierte. Ebenfalls erfolgte die Organisation des Holocausts mit Hilfe von Lochkartensortierernmaschinen, die durch die Firma verliehen wurden. Die dadurch und durch weitere Aufträge der Wehrmacht und der SS erwirtschafteten Gewinne konnten bis zur Kriegserklärung Deutschlands gegenüber den USA im Jahr 1941 an IBM überwiesen werden. Das US-Unternehmen IBM profitierte also, wie von Jebsen angedeutet, direkt finanziell vom Holocaust.

“ich weis wer wärend des gesamten krieges deutschland mit bombersprit versorgt hat.standartoil also rockefeller.”

Um diese Umstände zu erläutern muss ich, und das bitte ich zu entschuldigen, in mehrere Richtungen etwas weiter ausholen.

Zunächst gilt es zu erwähnen, dass der Nahe Osten, wo heute ein Großteil des Erdöls gefördert wird, damals nahezu unerschlossen war. Gefördert wurde in Baku im heutigen Aserbaidschan, und in Texas. Im Rahmen der Oktoberrevolution übernahm die Sowjetunion den Besitz der Ölfelder in Baku von den Familien Nobel und Rothschild.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Anteile der Deutschen Bank an der Türkischen Petroleum Gesellschaft an Frankreich übergeben. Als der Versuch, die Anteile auf juristischem Wege wiederzuerlangen, scheiterte, suchte die Deutsche Bank Verbündete in der amerikanischen Erdölindustrie und schloss um das Jahr 1927 einen Vertrag mit Standard Oil. Der Plan war es, Adolf Hitler bei der Machtübernahme zu unterstützen, welcher im Gegenzug die Ölfelder in Baku von den Sowjets erobern und an Standard Oil übergeben sollte. Den für den Krieg notwendigen Treibstoff sollte das Rockefeller-Unternehmen bereitstellen.

Das von John D. Rockefeller gegründete Standard Oil existierte zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr in seiner ursprünglichen Form, sondern wurde 1911 aufgelöst und spaltete sich in verschiedene Subunternehmen auf, darunter auch die Deutsch-Amerikanische Petroleum Gesellschaft, später ESSO (phonetisch: SO für Standard Oil), und die Vacuum Oil Company in Hamburg. Während Rockefeller in diesen Unternehmen keine offiziellen Ämter mehr inne hatte, ist es hinlänglich bekannt, dass die Familie weiterhin federführend im Hintergrund tätig war.

1927 gründeten das Rockefeller-Imperium und der deutsche Chemie-Gigant IG Farben das Unternehmen Standard IG Farben mit Hauptsitz in den USA. Im Zuge der Zusammenarbeit erhielt IG Farben die globalen Rechte zur Verflüssigung von Kohle zu Öl, während Standard Oil das Patent zur Herstellung eines synthetischen Gummis übergeben wurde. Im selben Jahr wurde außerdem Adolf Eichmann, ein späterer SS-Obersturmbannführer und guter Freund von Ernst Kaltenbrunner (Staatssekretär für Sicherheitswesen im Reichsministerium des Innern, Mitglied des Reichstages, Chef der Sicherheitspolizei und des SD, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes, SS-Obergruppenführer, General der Waffen-SS und Polizei und Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Süddeutschland) Vertreter der Vacuum Oil Company in Wien.

Die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit ging sogar so weit, dass die Vacuum Oil Company bei der Eroberung Iraks, Syriens, Palästinas sowie des Suez-Kanals und des Persischen Golfs behilflich sein wollte und dort dann entsprechende Materialien, v.a. Bohrgeräte, bereitstellen sollte.

Der durch das Patent zur Herstellung von Öl aus Kohle gewonnene Treibstoff reichte nicht aus und so wurde Deutschland durch Standard Oil mit Treibstoffen zum Vorstoß in den Kaukasus versorgt.

Nach dem Kriegseinstieg der USA bereiteten die Geschäfte mit den Deutschen der US-Regierung zunehmend Sorgen, weshalb ein Ermittlungsverfahren gegen Standard Oil basierend auf dem Gesetz zum “Handel mit dem Feind” eingeleitet wurde. Das Verfahren wurde im März 1942 eingestellt, um die Treibstofflieferungen von Standard Oil an das US-Militär nicht zu gefährden. Es wurde eine Geldstrafe von 5.000 US Dollar festgelegt, sowie das Versprechen abgenommen, dass die Nazis nicht weiter beliefert würden, was jedoch nie vertraglich bindend festgelegt wurde. Aufgrund der durch das Ermittlungsverfahren eingeschränkten Treibstofflieferungen scheiterte der Kaukasus-Feldzug im Januar 1943.4

Auch hier dreht es sich ausschließlich um die Nennung von Fakten. Der Antisemitismus-Vorwurf kann hier nicht zum Tragen kommen, jedoch der, er sei ein Verschwörungstheoretiker. Mit ein wenig tiefgründiger Recherche kann jedoch seine Behauptung problemlos nachvollzogen und damit belegt werden, weshalb auch dieser Vorwurf entkräftet wird.

“und was macht die CIA seit ihrer gründung ? sie unterstütz jeden dikator wenn er ihr nütz. dabei setzt sie alt nazis ein bis in die 90iger. welche moral hatten allan dulles und co ?

gar keine. es geht nur um macht und cash und wer dabei über die klinge springt ist völlig nebensächlich.”

Allen Dulles war Mitbegründer und Direktor der CIA. Sein Bruder, John Foster Dulles, war unter Präsident Eisenhower Außenminister. Die Schwester der beiden, Eleanor Dulles, war Beauftragte für das US-Außenministerium in West-Berlin. Allen Dulles war außerdem Seniorpartner von Sullivan & Cromwell, einer der wichtigsten Anwaltskanzleien auf der Wall Street, die diverse Großkonzerne in Rechtsfragen beriet und saß im Vorstand der internationalen Investmentbank J. Henry Schroeder.

Schon alleine die Verbindungen zum Finanzsektor und der Industrie lassen begründete Zweifel an seiner moralischen Integrität in seinem Amt als CIA-Direktor aufkommen. Tatsächlich kam es im Rahmen seiner Amtszeit zwischen 1953 und 1961 zu diversen Interessenkonflikten zwischen seinen verschiedenen Tätigkeitsbereichen.

Ihm wird des Weiteren nachgesagt und zum Teil nachgewiesen, ein großer Befürworter politischer Morde gewesen zu sein und er soll an den Planungen von Morden an Adolf Hitler, Fidel Castro, Patrice Lumumba und Rafael Trujillo beteiligt gewesen sein.

Er und sein Bruder waren vor ihrem großen politischen und wirtschaftlichen Durchbruch große Befürworter der stark rechts-orientierten America First Bewegung, welche von September 1940 bis Dezember 1941 aktiv war und zu den größten Gegnern einer Beteiligung der USA am zweiten Weltkrieg zählten. Zu Spitzenzeiten zählten sie 800.000 zahlende Mitglieder. Sie wurde drei Tage nach dem Angriff auf Pearl Harbor aufgelöst.

John Foster Dulles äußerte sich nach mehreren Reisen nach Nazi-Deutschland in den Jahren 1936, 1937 und 1939 nie negativ über die Zustände im Land und sagte, er hätte “nichts beunruhigendes” sehen können.

Bezugnehmend auf Jebsens Aussage, das CIA hätte Alt-Nazis für sich arbeiten lassen, ist zunächst der Einsatz von mindestens 1.000 entsprechend Gesinnter als Spione im Kalten Krieg anzubringen. Diesen Spionen wurde später sogar die Einreise in die USA und ein Leben dort ermöglicht. Dies ist keine Idee, die Jebsen selbst verbreitete, sondern eine hinlänglich bekannte Tatsache, die zwischenzeitlich sogar von den großen Medien, wie der englischen Daily Mail5, der New York Times6, RT7 oder auch dem Spiegel8 aufgegriffen wurde, u.a. Bezug nehmend auf das Buch “The Nazi Next Door: How America Became a Safe Haven for Hitler’s Men”9 von Eric Lichtblau.

Neben den als Spionen eingesetzten Nazis wurden unter dem Begriff “Operation Paperclip” ab August 1945 auf Befehl des US-Präsidenten Harry Truman über 1.500 Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure aus Nazi-Deutschland und anderen Ländern in die USA gebracht und dort beschäftigt. U.a. sollte damit, natürlich neben der Verwendung der durch die Wissenschaftler entwickelten Technologien, von der Tatsache abgelenkt werden, dass Deutschland zu dieser Zeit technologisch den USA weit voraus war.

Die meisten der Kandidaten wurden über die sog. “Osenberg-Liste” ermittelt. Nachdem zwischen 1941-1943 mehrere Versuche, die UdSSR zu erobern, scheiterten, zuletzt bei der Schlacht von Stalingrad, und die Ressourcen des deutschen Militärs derart knapp bemessen waren, dass befürchtet wurde, man könne einem Gegenangriff der sowjetischen Streitkräfte nicht standhalten, wurden Wisssenschaftler, Ingenieure und Techniker vom Dienst an der Front zurückgerufen. Hierfür erstellte Werner Osenberg, Leiter der Wehrforschungsgemeinschaft, eine Liste mit den Namen der 4.000 Männer, die zurückbeordert wurden. An der Bonner Universität fand ein polnischer Angestellter im März 1943 Teile dieser Liste in einer Toilette, welche dann über das MI6 an den US-Geheimdienst weitergeleitet wurde.

Der Vorgänger von “Operation Paperclip”, “Operation Overcast”, sah nur vor, die Wissenschaftler zu interviewen und sich ihr Wissen anzueignen. Der durchführende Major Staver drängte jedoch am 22. Mai 1945 in einem Telegramm an das Pentagon darauf, dass die Evakuierung der Deutschen und ihrer Familien vital für den Krieg im Pazifik wäre.

Truman ordnete zunächst an, dass keine Mitglieder der NSDAP, die über das normale Maß hinaus an deren Aktivitäten teilnahmen, sowie aktive Unterstützer des Nazi-Militärs teil des Programms sein dürfen. Dies hätte jedoch die meisten potentiellen Kandidaten sofort disqualifiziert, unter ihnen auch Wernher von Braun, Kurt H. Debus, Arthur Rudolph und Hubertus Strughold, welche zuvor allesamt noch als “Bedrohung für die Alliierten” ausgemacht wurden. Die mit der Klassifizierung und Rekrutierung betreute Behörde, JIOA (“Joint Intelligence Objectives Agency”) umging diese Anweisung jedoch, indem sie für besonders interessante Kandidaten falsche Lebensläufe erstellte und Daten über deren Parteibeziehungen vernichtete. Sie erhielten daraufhin Sicherheitsfreigaben, sodass ihrer Beschäftigung in den Vereinigten Staaten nichts mehr im Wege stand.

Manche Wissenschaftler wurden auch zeitweise in einem Gefängnis in einer geheimen US-Militärbasis in Virginia namens P.O. Box 1142 festgehalten. Der Betrieb dieses Gefängnisses widersprach den Genfer Konventionen von 1929. Ein Gefangener, U-Boot-Kapitän Werner Henke, wurde bei dem Versuch, über einen Zaun zu klettern, erschossen.

Auch die Sowjetunion stellte am 22. Oktober 1946 unter dem Codenamen “Operation Osoaviakhim” mehr als 2.000 Technik-Spezialisten mit Beziehungen zum deutschen Militär ein.

“vergessen sie alle einzelschicksale. es geht um die grosse sache derer die ganz oben uns alle wie marionetten tanzen lassen. da spielt relgion überhaupt keine rolle. ob sie jude christ moslem buddhist oder FASCHIST sind. egal. wenn es der sache dient !”

Dieser Absatz ist so allgemein gehalten, dass es nahezu unmöglich ist, Fakten als Beweise anzubringen. Ich möchte dennoch daraufhin weißen, dass Jebsen explizit davon spricht, dass für die Umstände, über die er sich empört, Religion keinerlei Rolle spiele, also weder für ihn, noch für diejenigen, die er als Schuldige ausmacht.

“ich weis exact wovon ich rede denn ich habe jede menge länder in den demokratisiert bin bereist. ich war in israel und habe mit holocaust opfern gesprochen. sie selber finden es widerwärtig was in ihrem namen passiert.”

Auch hier spricht Jebsen wieder explizit den Holocaust an, was den Vorwurf, er wäre ein Holocaustleugner, faktisch aushebelt. Ebenfalls weißt er darauf hin, dass er diverse Gespräche mit Holocaust-Opfern führte und sich für deren Schicksale und Meinungen zur politischen Situation, die sie umgibt, befragte. Wäre Jebsen nun in der Tat, wie kolportiert wird, antisemitisch veranlagt, wäre er den Opfern des Holocausts bestenfalls gleichgültig, eher jedoch negativ gesonnen, sicherlich aber nicht um deren Leben und Ansichten besorgt.

“ich selber hat iranisch und jüdische roots aber eben auch verwandte auf der ganzen welt. es geht nie um den meschen und frieden. es geht um macht und krieg ist da ein super geschäftsmodell.”

Hier kommen wir an einen sehr interessanten Punkt: Jebsens ethnologische und religiöse Abstammung. U.a. spricht er hier von jüdischen Vorfahren, was zwar nicht ausschließt, dass er sich antisemitisch geäußert haben könne, es jedoch ungleich unwahrscheinlicher macht.

“das alles ist nur anwendbar wenn man die informationen lenkt. das passiert. auf allen seiten. aber wer bezahlt ?

SIE ? ICH ?

passiv. aber was ist mit den aktiven opfern ?

mir geht es auschlieslich um diese menschen und es ist mir egal welchen pass sie haben , welche religion oder was auch immer. was wollen die macher von uns ? das wir unser feindbild immer schön aufrech erhalten damit man uns benutzen kann. ich lasse mich nicht benutzen. das ist meine erfahrung und mein resumee aus krieg. es gibt nur verlierer.

ausser die die das alles aus sicherer entfernung inszenieren.”

Wieder wird hier angesprochen, dass sein Interesse nicht der Herkunft oder dem Glauben der Betroffenen gilt, sondern lediglich, dass Menschen leiden müssen und ausgebeutet werden, was er grundsätzlich ablehnt.

“fazit ? ganz oben gibt es keine moral. und der einzelne spielt keine rolle. ich gehe überhaupt nicht davon aus das sie und ihre schwarz weiss feindbild zu erschüttern sind, denn wie sagte schon weizsäcker. eine vorgefasste meinung ist schwerer zu zertrpmmern als ein atom. `

genau. ich und ich denke der grösste teil meiner generattion und der jungen menschen haben es aber satt. wir können sehr wohl friedlich miteiander leben, wenn man uns den liese. aber das ist eben überhaupt nicht gewünscht. die politik der spannung ist das erklärte ziel. ich spiele dabei aber nicht mit. ich drücke auch keinen abzug für die gerechte sache oder sage ja zur NATO bombardierung

libyens und 26.000 einsätzen.”

Hier spricht Jebsen das eigentliche Ziel seiner Bemühungen an: Kriege zu beenden und zu vereiteln und ein friedliches Miteinander zu schaffen.

Bei seinen Anspielungen auf gewaltsame “Friedensaktionen” und “humanitäre” Bombardierungen durch die NATO sei das auch von Jebsen selbst genannte Beispiel Libyens anzubringen. Unter dem Vorwand des libyschen Bürgerkriegs begann am 19. März 2011 ein bis zum 31. Oktober desselben Jahres andauernder Militäreinsatz. Die Aktion forderte mit u.a. über 26.000 Lufteinsätzen, davon etwa 7.500 Luftangriffen (laut offizieller NATO-Statistik), unzählige zivile Opfer. Eine genaue Zahl ist unbekannt, man schätzt jedoch, dass es während des gesamten Krieges etwa 50.000 Tote nebst 40.000 Vermissten gab. Hierbei sollte man sich vor Augen halten, dass ein erklärtes Ziel des Einsatzes der “Schutz der zivilen libyschen Bevölkerung” war, neben der Unterstützung der Rebellion gegen das Militär der Regierung und der Durchsetzung des Waffenembargos.

Ein Jahr nach den Einsätzen wird von einer hohen Arbeitslosigkeit, brutaler Folter in Gefängnissen, sowie Kämpfen zwischen Regionen, Städten, Klans und Ethnien mit “Feuergefechten in Wild-West-Manier” berichtet.

Es ist wichtig, hierbei die sozialen Umstände vor den Einsätzen festzuhalten. Laut dem Interview einer MI5-Agentin mit dem russischen Nachrichtensender RT im Jahr 2012 gab es zuvor kostenfreie Bildung und Gesundheitsversorgung, man hätte in anderen Ländern studieren können und zu Hochzeiten erhielten die neugegründeten Familien finanzielle Unterstützung. Die Agentin ging davon aus, dass besonders Frauen unter den schlechteren Umständen zu leiden hätten und wieder unterdrückt werden würden, und dass das Volksvermögen durch westliche Konzerne abgeschöpft werden würde.10

“das alles ist politik von menschenfeinden, kalten kriegern, machtmenachen. diese mensch habe keine respekt vor dem leben.

die erde ist rund. der kopf ist rund. damit das denken die richtung wechseln kann. einfach mal ausprobieren, an seinen “ erzfeind“ unvoreingenommen heranzutreten und sich davon zu überzeugen das es sehrwohl viele gemeinsame nenner gibt. ob wir auf diese mal aufbauen ? oder doch die nächsten 30 jahre uns immer weiter die köpfe einschlagen ?

dieser planet hat schlicht die zeit nicht sich mit dieser steinzeitmethode vor dem globalen kollaps zu retten.

bleiben sie in ihrer ecke und verschanzen sie sich hinter „geschichtlichen tatsachen „. ich versuche lieber selber geschichte neu zu schreiben indem ich meine hand ausstrecke. weniger hass könnte auch ihnen nicht schaden. er vergiftet alles.”

Auch hier zeigt Jebsen wieder sein Streben nach Frieden. Man solle mit seinen Feinden in den Dialog treten und die gemeinsamen Nenner suchen, anstatt sich aufgrund der Unterschiede die Köpfe einzuschlagen.

Mein Fazit

Im Hauptteil meiner Analyse und Erörterung hielt ich mich bewusst sachlich. Ich möchte dennoch diese Gelegenheit nutzen, um meine Einschätzungen zur Thematik und den Eindruck, den ich von der Person Ken Jebsen durch die Analyse dieses Textes gewonnen habe, auszudrücken.

Zunächst möchte ich kurz erklären, warum ich diese Analyse durchführte. Ich sah ein Video von Ken Jebsen11 und war dabei vollkommen unvoreingenommen. Ich fand es gut, v.a. seinen offensichtlichen Willen, die Welt zu einem friedlicheren Ort zu machen, beginnend im eigenen Haus, der Straße, dem Ort. Also informierte ich mich über die Person hinter dem Video und stieß unweigerlich auf die mit ihm verbundenen Antisemitismus-Vorwürfe. Nun bin ich die Art Mensch, die sich lieber eine eigene Meinung bildet, anstatt die anderer (Jutta Ditfurth) blind zu übernehmen. Auf der Suche nach dem Ursprung der Aussagen fand ich diese von Jebsen verfasste E-Mail und wollte zunächst für mich selbst recherchieren, was hinter seinen Äußerungen steckte. Schnell merkte ich jedoch, dass die angesprochenen Thematiken so weitreichend waren, dass es mir unmöglich schien, jedes relevante Detail im Kopf zu behalten. Und da ich ohnehin eine Affinität für das geschriebene Wort habe, schrieb ich meine Gedanken, Beobachtungen und Recherche-Ergebnisse auf. Das Ergebnis liegt hier vor.

Wie sicherlich meinen Ausführungen zu entnehmen ist, konnte ich keine im geringsten antisemitisch orientierten Aussagen finden, mit der Ausnahme eines Zitats eines dritten, welches Jebsen selbst ablehnte. In meinen Augen war eher das Gegenteil der Fall. Jebsen will nicht die ethnische Herkunft, die politische Gesinnung oder Religion der Menschen sehen, sondern nur den Menschen an sich. Er steht nicht für Hass und Krieg ein, sondern für ein friedliches Miteinander, von der lokalen Gemeinschaft bis hin zur globalen Politik. Und dafür verdient dieser Mann, ungeachtet aller Vorwürfe gegen ihn und vorbehaltlich der Aufrichtigkeit seiner Aussagen, meinen größten Respekt.

Abschließend möchte ich nun jeden Leser dieses Artikels dazu einladen und aufrufen, die Faktenlage auf sich wirken zu lassen, selbst zu recherchieren und sich, unvoreingenommen und unbeeinflusst durch mich oder andere, selbst eine Meinung zu bilden.

Quellen

  1. Ken Jebsens „Die Propaganda der Neuen Weltordnung NWO“
  2. Tonaufnahmen Richard Nixons, Nixon Presidential Library and Museum
  3. Edward Bernays: “Propaganda”
  4. Der Pakt von Standard Oil mit den Nazis
  5. AT LEAST 1,000 ex-Nazis were hired by the U.S. as spies during the Cold War… and the CIA even helped them move to America
  6. In Cold War, U.S. Spy Agencies Used 1,000 Nazis
  7. CIA and FBI used ‚over 1,000 ex-Nazis and collaborators‘ as spies during Cold War
  8. Nazis bei US-Geheimdiensten: Vom SS-Offizier zum CIA-Spion
  9. Eric Lichtblau “The Nazis Next Door: How America Became a Safe Haven for Hitler’s Men”
  10. Was hat Libyen der Nato-Einsatz gebracht?
  11. nachdenKEN über: Wirtschaftsflüchtlinge
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3 Gedanken zu “Ken Jebsen: Antisemit oder Friedensaktivist?

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