Update: Türkei schießt russische SU-24 ab: Die aktuelle Sachlage, wie sie die Leitmedien gerne verschweigt

Nach meinen gestrigen Ausführungen zum Abschuss des russischen Kampfjets des Typs SU-24 durch die Türkei, möchte ich euch die neuesten Entwicklungen nicht vorenthalten.

Nach einer gestern ab 17 Uhr abgehaltenen Krisensitzung, rief die NATO zu besonnenem Handeln auf und versuchte damit zu schlichten. Auch die USA schließen sich diesem Entschluss an.

Heute dann die Kehrtwende auf Seiten Obamas und seiner Gefolgschaft: „Jeder hat das Recht sich zu verteidigen.“ Die Frage ist aber doch: Wogegen musste sich die Türkei denn eigentlich verteidigen? Einen, wie nunmehr durch die Türkei angegeben wurde, 17-sekündigen Aufenthalt eines Kampfjets eines vermeintlich befreundeten Staates?

Und wie konnte das betroffene Flugzeug so zügig getroffen werden? Die Vermutung liegt nahe, dass hier auf eine entsprechende Gelegenheit gewartet wurde, sich an den Russen für den Eingriff in die türkischen Erdölgeschäfte mit dem IS zu rächen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow geht dabei von einer geplanten Provokation seitens der Türkei aus und verwies als Beweis hierbei auf die vorliegenden Radar- und Videodaten, die der türkischen Darstellung widersprechen würden.

Im Laufe des Tages konnte derweil glücklicherweise eine positivere Nachricht vermeldet werden: Der zweite Pilot der abgeschossenen Maschine konnte lebendig gefunden werden und äußerte sich zu den Geschehnissen wie folgt: „Es ist unmöglich, dass wir den türkischen Luftraum selbst nur für eine Sekunde verletzt haben. Wir flogen in einer Höhe von 6.000 Metern in absolut klaren Wetterverhältnissen und ich hatte die ganze Zeit totale Kontrolle über unseren Flugverlauf.“ Dem Disput um die angebliche Verletzung des türkischen Luftraums scheint also weiterhin noch lange nicht beigelegt zu sein.

Weiter erzählte der Navigator Konstantin Murakhtin: „Es gab tatsächlich überhaupt keine Warnung. Weder über Radiokommunikation, noch über visuellen Kontakt. Sie müssen den Geschwindigkeitsunterschied zwischen einem taktischen Bomber wie die Su-24 und dem einer F-16 verstehen. Wenn Sie uns wirklich hätten warnen wollen, dann hätten sie sich an unsere Tragflächen setzen können. Aber die Rakete kam aus dem Nirgendwo und traf uns von hinten, wir hatten noch nicht einmal die Zeit ein Ausweichmanöver zu starten.“

Hier wird es nun wirklich interessant. Es ist anzumerken, dass die USA angab, den gesamten Funkverkehr mitgehört zu haben und die durchgegebenen Warnungen, wie von der Türkei behauptet, bestätigen könne. Dabei stellt sich zunächst die Frage: Warum hören US-Dienste Funksprüche zwischen dem russischen und dem türkischen Militär mit? Wie und weshalb sind sie dazu befähigt und in der Lage? Entweder rechneten die USA mit einem außergewöhnlichen Vorkommnis, was deren Einmischung jedoch noch immer nicht rechtfertigen würde. Oder aber, die Aussagen der Amerikaner waren schlichtweg zu Gunsten des Bündnispartners und zu Lasten des langjährigen Feindes gelogen.

Zur Erläuterung der Aussage des Navigators bezüglich des Geschwindigkeitsunterschieds zwischen F-16 und SU-24 ist es wichtig zu wissen, dass die Höchstgeschwindigkeit der SU-24 bei 1.315 km/h liegt, die des F-16 bei etwa 2.415 km/h. Dank dieses Vorteils in der Luft wäre es für das türkische Militär ein Leichtes gewesen, Sichtkontakt zur russischen Maschine aufzunehmen und diese zum Ablenken aufzufordern. Dies geschah nach Angaben des russischen Piloten jedoch nicht.

Zur Verletzung des Luftraums gibt es übrigens einige äußerst interessante Fakten zu nennen. Es gibt weltweit nur eine Nation, die offiziell dazu befugt ist, sich im syrischen Luftraum aufzuhalten und das ist keines der an den dortigen Militärschlägen beteiligten NATO-Länder, sondern Russland. Und auch das Empören der Türkei über die angebliche und selbst in diesem Falle nur minimale Verletzung deren Luftraums wird reichlich unglaubwürdig, wenn man sich alleine die illegalen Aufenthalte derer Flugzeuge im Raum über Griechenland in den letzten Jahren betrachtet. Alleine im Zeitraum zwischen Januar und August diesen Jahres kam es zu mehr als 1.300 entsprechender Verletzungen. Die Tendenz der letzten Jahre ist drastisch steigend.

Putins Regierung suspendierte in Folge des Angriffs jegliche Militärkooperation mit der Türkei. Außerdem werden die Schutzmaßnahmen bei russischen Lufteinsätzen im syrischen Gebiet drastisch erhöht werden, u.a. durch den Einsatz von Luftüberlegenheitsjägern, die feindliche Flugzeuge, sofern notwendig, eliminieren sollen. Es wird davon ausgegangen, dass der Angriff mittels einer Infrarot-gesteuerten Kurzstreckenrakete geschah, die von einem F-16 aus abgefeuert wurde.

Der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu rechtfertigte den Abschuss indes weiterhin mit dem Schutz der eigenen Leute, namentlich der FSA-Miliz, die wohl das Ziel der russischen Su-24 darstellte.

Lawrow wiederum verwies auf eine im Jahr 2012 durch den damaligen türkischen Premierminister Erdogan getätigte Aussage in Folge des Abschusses eines türkischen Jets über syrischem Luftraum, dass ein lediglich kurzer Aufenthalt in unerlaubten Gebieten keine Rechtfertigung zum Angriff darstelle. Es lebe die Doppelmoral!

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