Ich liebe den Markt… – Über den Kausal-Zusammenhang von Konsum, wachsender Ungleichheit auf globaler und nationaler Ebene und der „Flüchtlings-Krise“

Es ist schon etwas abstrakt, doch es gibt mehr als genug Menschen, die dem Markt als eine religionsähnliche Entität huldigen. Dabei ist für die meisten nicht nur die Liebe zum Markt eine Abstraktion, sondern bereits der Markt in sich selbst. Natürlich gibt es fixe Definitionen, dennoch wird er meist sehr subjektiv definiert. Für viele ist der Markt das Sinnbild des Kapitalismus, der virtuelle oder reelle Ort, an dem weltweit Handel betrieben wird. Der Markt hat seine eigenen Gesetze, welche nicht nur teilweise unabhängig von nationalem und internationalem Recht zu sein scheinen, sondern die sich oft über geltende Rechtssprechung stellen oder diese sogar aktiv beeinflussen. Der Handel, der Konsum und damit der Markt bestimmen unseren Alltag, vom Klingeln unseres Weckers bis zum Schließen unserer Augen und darüber hinaus.

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Mira goes Kabarett #5: Pispers‘ letzter Abend

Volker Pispers ist DER Name im deutschsprachigen, politischen Kabarett. Mit harter Zunge und einem sehr direkten Witz brachte er einem nicht vor Tadel gefeitem Publikum über mehrere Jahrzehnte die politischen, wirtschaftlichen und auch humanitären Probleme dieser Welt näher. Man kann zweifelsohne sagen: Ohne Volker Pispers wäre das Kabarett in Deutschland nicht da, wo es heute ist, und andere Künstler, die direkt oder indirekt in seine Fußstapfen traten, würde es womöglich nicht geben.

Doch nun hat er, frei gesagt, die Schnauze voll und hat sich in eine unbefristete Bühnenpause verabschiedet. Zum Abschied setzte er ein letztes Mal zum Rundumschlag an.

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Alles außer Mittelmaß – Ein Interview mit dem Kabarettisten Christoph Sieber

Man nennt Christoph Sieber nicht umsonst den jungen Volker Pispers. Er nimmt die Gesellschaft, sein Publikum aber auch sich selbst oft hart ins Gericht. Beschönigen ist dabei definitiv nicht Teil seines aktuellen Programms „Hoffnungslos Optimistisch“ oder seiner Kabarett-Sendung „Mann, Sieber“, die er zusammen mit Tobias Mann im ZDF präsentiert. Jung ist dabei allerdings relativ, wie Sieber in mehrerlei Hinsicht beweist. Denn als jung gilt er im Kabarett selbst mit 46 noch und alt wirkt er weder auf der Bühne noch abseits dieser. Nein, Christoph Sieber hält sich jung – mental und körperlich. Eine scharfe Zunge und eine Menschlichkeit, die ihresgleichen sucht, zeichnen ihn aus, neben vielen anderen Eigenschaften. Eben alles außer Mittelmaß. 

Ich traf den vielfach ausgezeichneten Kabarettisten an einem sonnigen Maitag in einem Café zum Interview. Schon zuvor hatte ich ihn zu einem Gespräch nach einem seiner Auftritte getroffen. Zwar hätten die Umstände der beiden Treffen kaum unterschiedlicher sein können, doch eines zog sich wie ein roter Faden hindurch: mein Eindruck von der Person, die mir gegenüber stand. Hier begegnete ich keinem Promi, keinem Menschen, der sich auf Deutschlands Bühnen zuhause weiß. Christoph Sieber ist ein Mensch wie du und ich. Offen, freundlich, mit einem gewissen Witz und einem nicht zu übersehenden Intellekt, aber eben vollkommen bodenständig, nichts Besseres und kein bisschen abgehoben. Und so unterhielten wir uns bei einer Ananasschorle unter der fränkischen Sonne über Flüchtlinge, Probleme im System und die verflixte einhändige Rückhand. 

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Mira goes Kabarett #4: Merkel spricht über CETA (Die Anstalt)

TTIP ist in aller Munde und ist weitgehend verpönt. Über CETA, dem Abkommens-Pendant zwischen EU und Kanada, redet jedoch fast niemand und das, obwohl CETA die gleichen Demokratie-feindlichen Passagen enthält, wie sein amerikanischer Bruder. Und noch eine Implikation bringt CETA mit sich: Durch ein Handelsabkommen zwischen USA und Kanda und weil viele US-Firmen auch Ableger in Kanada haben, kann dadurch TTIP quasi umgangen werden. Die Schiedsgerichte gibt es so auch…

Claus von Wagner hat das im Hosenanzug und mit der Bundesraute gut aus der Sicht unserer Mutti dargestellt. Eine Passage aus „Die Anstalt“ vom vom 24. Mai 2016, die man definitiv gesehen haben sollte – wie natürlich auch die gesamte Folge, die es wie immer in der ZDF Mediathek gibt.

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Mira goes Kabarett #3: Sprachbilder bei „Die Anstalt“

Heute präsentiere ich euch einen Ausschnitt aus der dieswöchigen Folge von „Die Anstalt“. Diesmal ging es über Sprachbilder und wie wir mit geschickter Wortwahl manipuliert werden. Ich muss dabei jedoch erwähnen, dass ich mich nur sehr schwer entscheiden konnte, welchen Ausschnitt aus der Episode ich wählen soll – es war mal wieder sehr viel Gutes dabei!

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Mira goes Kabarett #2: Mann, Sieber mit der Ausstellung zu 15 Jahren Krieg gegen den Terror

In Teil 2 meiner neuen Kategorie „Mira goes Kabarett“ möchte ich euch einen meiner persönlichen Lieblings-Kabarettisten vorstellen: Christoph Sieber. Zusammen mit Tobias Mann ist er in der Sendung „Mann, Sieber“ regelmäßig im ZDF zu sehen. In der letzten Folge am 12. April „feierten“ die beiden das 15-jährige Jubiläum des „War on Terror“ mit einer Sonderausstellung, die so einiges in Zusammenhang stellt…
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Die Unlogik der Panama Papers: Feiert nicht alles, was auf den ersten Blick sensationell erscheint!

Am vergangenen Sonntagabend, dem 03. April 2016, landete die Süddeutsche Zeitung augenscheinlich den Medien-Coup des laufenden Jahres. Edward Snowden brachte sich sofort ein und schrieb auf Twitter: “Biggest leak in the history of data journalism just went live, and it’s about corruption.” [“Der größte Leak in der Geschichte des Daten-Journalismus wurde gerade veröffentlicht, und er ist über Korruption.”] Meine Aufregung war riesig. Ich ließ buchstäblich alles stehen und liegen und wühlte mich durch die unzähligen Artikel, die prompt auf einer speziell eingerichteten Themen-Seite der SZ veröffentlicht wurden.

Und dann kam die Ernüchterung…

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